Aktivitätsdiagramme (UML)

Was du heute lernst:

  • Den Zweck und die Anwendung von Aktivitätsdiagrammen in der Softwareentwicklung erläutern.
  • Die grundlegenden Notationselemente (Aktionen, Entscheidungen, Forks, Joins) korrekt anwenden.
  • Komplexe Arbeitsabläufe und Prozesse mithilfe von Aktivitätsdiagrammen visualisieren.

Einleitung: Den Fluss der Dinge verstehen

Aktivitätsdiagramme sind ein mächtiges Werkzeug in der [[UML]] (Unified Modeling Language), um zu visualisieren, wie ein Prozess abläuft. Ob es sich um einen komplexen Geschäftsprozess, den Ablauf in einer Software oder eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung handelt – Aktivitätsdiagramme helfen, den Kontrollfluss klar und verständlich darzustellen. Sie sind besonders nützlich, um Entscheidungen, parallele Abläufe und die Verantwortlichkeiten innerhalb eines Prozesses zu verdeutlichen.

Merksatz: Ein Aktivitätsdiagramm ist ein UML-Verhaltensdiagramm, das den Kontrollfluss von Aktivitäten und Entscheidungen innerhalb eines Systems oder Prozesses grafisch darstellt.

Schlüsselkonzepte / Notationselemente

Die folgenden Elemente sind die Grundbausteine eines jeden Aktivitätsdiagramms:

Element Symbol (Textdarstellung) Bedeutung
StartknotenMarkiert den Beginn des Ablaufs.
EndknotenZeigt das Ende des Ablaufs an.
AktionRechteck mit abgerundeten EckenEin einzelner, atomarer Schritt (z.B. "Rechnung prüfen").
KontrollflussVerbindet die Aktionen in ihrer logischen Abfolge.
EntscheidungsknotenTeilt den Kontrollfluss basierend auf Bedingungen (Guards) auf.
ZusammenführungsknotenFührt mehrere alternative Pfade wieder zusammen.
Parallelisierung (Fork)Dicker BalkenSpaltet einen Kontrollfluss in mehrere nebenläufige Pfade auf.
Synchronisierung (Join)Dicker BalkenFührt mehrere nebenläufige Pfade zusammen; Fortsetzung erst, wenn alle abgeschlossen sind.
Aktivitätsbereiche (Swimlanes)Vertikale/horizontale BereicheGruppieren Aktionen nach Verantwortlichkeiten (z.B. "Buchhaltung").

Praxisbeispiel: "Kaffee kochen"

Ein einfacher Prozess zum Kochen von Filterkaffee lässt sich wie folgt modellieren:

  1. (Startknoten)
  2. Aktion: "Wasser in Kaffeemaschine füllen"
  3. Aktion: "Kaffeefilter einlegen"
  4. Aktion: "Kaffeepulver einfüllen"
  5. (Entscheidungsknoten): Ist genug Wasser eingefüllt?
    • [ja] → Aktion: "Kaffeemaschine einschalten"
    • [nein] → zurück zur Aktion "Wasser in Kaffeemaschine füllen"
  6. Nach dem Einschalten: Aktion "Warten, bis Kaffee durchgelaufen ist"
  7. (Endknoten)

Übungsaufgabe: Geld abheben am Geldautomaten

Aufgabenstellung:
Erstelle ein vollständiges Aktivitätsdiagramm für den Prozess "Geld abheben an einem Geldautomaten". Ihr Diagramm muss mindestens einen Start- und Endknoten, mehrere Aktionen und mindestens eine Entscheidung enthalten. Berücksichtige dabei den Fall, dass die PIN korrekt eingegeben wird, und den Fall, dass sie falsch ist.

Schwierigkeitsgrad: leicht

Erwartete Bearbeitungszeit: 15 Minuten


Nächster Schritt

Nachdem wir Prozesse abgebildet haben, betrachten wir nun das dynamische Verhalten einzelner Objekte im System.

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