Programmiersprachen im Überblick

Was du heute lernst:

  • Die Entwicklung von maschinennahen zu hochabstrakten Programmiersprachen nachvollziehen.
  • Wichtige Programmiersprachen und deren primäre Anwendungsbereiche benennen.
  • Die Vorteile von interaktiven Entwicklungsumgebungen wie Jupyter Notebooks erklären.

Geschichte und Entwicklung der Programmiersprachen

Programmiersprachen sind das Fundament der modernen Computerwelt und haben sich im Laufe der Zeit enorm weiterentwickelt. Von den frühen, maschinennahen Sprachen bis hin zu den heutigen hochabstrakten Sprachen ermöglichen sie uns, Computern komplexe Aufgaben zu übertragen.

Merksatz: Eine Programmiersprache ist eine formale Sprache zur Formulierung von Algorithmen und Datenstrukturen, die vom Computer ausgeführt werden können.

Chronik der Programmiersprachen

Sprache Jahr Eigenschaften / Anwendungsgebiete
Maschinenspracheca. 1940erBinärcodes, direkt von der CPU verstanden; sehr fehleranfällig.
Assemblerca. 1950erMnemonische Kürzel für Maschinencode; hardwarenah.
FORTRAN1957Wissenschaftliche/technische Berechnungen; erste höhere Sprache.
LISP1958Künstliche Intelligenz; flexible Listenstrukturen, rekursive Funktionen.
COBOL1959Geschäftsanwendungen; lesbare, englischähnliche Syntax.
ALGOLab 1958Strukturierte Syntax; beeinflusste viele spätere Sprachen (z.B. Pascal).
Pascal1970Klar, strikt; beliebt im Informatikunterricht.
C1972Effiziente Systemprogrammierung; hardwarenah, aber höhere Konzepte.
Smalltalk1970erEine der ersten reinen objektorientierten Sprachen.
C++1979Erweiterung von C um OOP-Merkmale; Bjarne Stroustrup.
Java1995"Write once, run anywhere"; robust; für Unternehmensanwendungen, Android.
JavaScript1995Webbrowser (Frontend); heute auch Backend (Node.js).
PHP1995Serverseitige Skriptsprache; dominant für Webentwicklung.
Python1991Vielseitig, lesbar; Web, Datenanalyse, KI.
Moderne Sprachenab 2000erMultiparadigmen; funktionale Programmierung; spezifische Domänen (z.B. Go, Swift, Rust).

Jupyter Notebooks und Python

Python hat sich in den letzten Jahren zu einer der wichtigsten Programmiersprachen entwickelt, insbesondere in den Bereichen Datenwissenschaft, Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Eine entscheidende Rolle dabei spielen Jupyter Notebooks.

Python – Die vielseitige Sprache

Python ist bekannt für seine einfache, gut lesbare Syntax, die es Anfängern leicht macht, Programmieren zu lernen. Gleichzeitig ist es mächtig genug für komplexe Anwendungen. Es bietet eine riesige Sammlung an Bibliotheken und Frameworks für nahezu jeden Anwendungsbereich.

Jupyter Notebooks – Interaktives Programmieren

Ein Jupyter Notebook ist eine interaktive Weboberfläche, die es ermöglicht, Code, Text (Markdown), mathematische Gleichungen und Visualisierungen in einem einzigen Dokument zu kombinieren. Es ist besonders beliebt in der Datenanalyse und Wissenschaft, da es einen explorativen und iterativen Arbeitsstil fördert. Die Dokumente (Dateien mit der Endung `.ipynb`) bestehen aus Zellen, die entweder Code (z.B. Python) oder Markdown-Text enthalten können. Man kann Code-Zellen einzeln ausführen, die Ergebnisse sofort sehen und so Schritt für Schritt Analysen durchführen oder Algorithmen entwickeln.

Die Kombination: Python in Jupyter Notebooks

  • Interaktive Datenanalyse: Daten können eingelesen, bereinigt, analysiert und visualisiert werden, wobei jeder Schritt dokumentiert und nachvollziehbar ist.
  • Lehrmaterialien: Lehrer können interaktive Lektionen erstellen, in denen die Schüler Code direkt ausführen und mit den Ergebnissen experimentieren können.
  • Rapid Prototyping: Ideen können schnell getestet und Prototypen entwickelt werden.
  • Reproduzierbare Forschung: Wissenschaftliche Arbeiten können inklusive des verwendeten Codes und der erzeugten Ergebnisse geteilt werden.

Übungsaufgabe: Programmiersprachen im Vergleich

Aufgabenstellung: Wähle zwei Programmiersprachen aus der Geschichte (außer Python) und recherchiere deren primäre Anwendungsbereiche und jeweils zwei besondere Merkmale.

Hinweise zur Lösung: Denke an die verschiedenen Paradigmen und die unterschiedlichen Entwicklungsumgebungen.

Schwierigkeitsgrad: mittel

Erwartete Bearbeitungszeit: 20 Minuten


Nächster Schritt

Wir haben die Grundlagen der Programmierung kennengelernt. Nun gibt es noch nützliche Ressourcen zur Vertiefung.

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